Auf Zucker und Weizen vollständig verzichten – geht das?

Selbstverständlich möchte jeder sich bewusst und gesund ernähren. Es gibt einen Trend, deswegen Zucker und Weizen vollständig zu meiden. Aber ergibt das tatsächlich Sinn?

Macht Weizen wirklich dick und krank?

William Davis‘ Bestseller „Weizenwampe: Warum Weizen dick und krank macht“ hat es stark infrage gestellt, ob das Grundnahrungsmittel wirklich verträglich ist – eine leidenschaftliche Debatte resultierte daraus.

Deswegen verbannen immer mehr Menschen Weizen komplett aus der Küche und suchen Alternativen für Brot und Backwaren, Müsli und Pasta. Allerdings ist Weizen an sich zumeist völlig harmlos.

Das Klebereiweiß, das im Weizen enthalten ist – Gluten – ist nach Aussage der Kritiker der Inhaltsstoff, der verantwortlich sein soll für Diabetes, Übergewicht sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zöliakie ist aber eine Glutenunverträglichkeit, die nur etwa 1% der Bevölkerung betrifft. Zöliakiepatienten haben tatsächlich Probleme mit dem Gluten, was sich in manchmal sogar sehr ernsthaften Verdauungsproblemen äußert.

Zudem leidet einer von 1000 Menschen an einer Weizenallergie. Die Folge sind Hautausschläge, Verdauungsprobleme und tränende Augen nach dem Verzehr von Weizen.

Bei der großen Mehrzahl der Menschen ist Weizen dagegen völlig unproblematisch.

Tipp: In dem Fall, dass Du jene Beschwerden bei Dir bemerkst, ist es hilfreich, ein Ernährungstagebuch zu führen. Dann findest Du heraus, nach welchen Nahrungsmitteln es zu Problemen kommt.

Darm mit Schutzschicht

Über das Gluten hinaus gibt es auch noch Lektine im Weizen, die zu Beschwerden führen könnten, denn in einer hohen Dosierung sind sie schädlich für die Darmwand. Weizenprodukte stellen da aber kaum eine Gefahr dar, so die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Durch die Nahrung werden nur kleine Lektin-Mengen konsumiert, außerdem hat der Darm eine gut funktionierende Schutzschicht.

Zucker – nur Probleme?

Ohne Zweifel essen wir jeden Tag zu viel Zucker. In Getränken, in Fertigprodukten, Süßwaren und Gebäck – Zucker, wohin man schaut. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte im März eine neue Richtlinie: Am Tag 25 g Zucker zu konsumieren, ist im Rahmen. Das wären 6 Teelöffel voll – eine Dose Cola oder Limo hat aber schon etwa 10 Teelöffel Zucker. Diese neue Richtlinie soll helfen, Karies und Übergewicht zu bekämpfen. Übrigens geht es dabei nur um industriell hergestellten Zucker, nicht um natürlichen Zucker wie in Obst, Milch und Gemüse enthalten.

Andererseits ist Zucker in Maßen auch nötig, denn so kommt unser Gehirn an seine Energie. Dazu werden die Kohlenhydrate (etwa aus Brot, Kartoffeln etc.) im Stoffwechsel zu Zucker gewandelt. Ein völliger Verzicht auf Zucker ist damit weder angeraten noch möglich.

Fazit: Alles in Maßen

So ist es völlig unnötig, Weizen und Zucker komplett wegzulassen, um der Gesundheit zu helfen. Wie sonst auch zählt hier das Motto: Alles in Maßen. Ein vielfältiger Ernährungsplan, der durchaus auch Alternativen zu Weizen wie Dinkelbrot, Haferflocken und Vollkornpasta enthält, ist das Optimum.

Einfach mal eine Zeit lang überprüfen, wie viel Zucker Du zu Dir nimmst – das kann der Ausgangspunkt sein, etwas für die Gesundheit zu tun. So findest Du heraus, wo sich wie viel Zucker versteckt und vermieden werden kann.

Ein paar Tipps zum guten Schluss:

– Wenn Du beim Backen die angegebene Menge an Zucker einfach reduzierst bis hin zu einem Drittel, schmeckt es später ebenso gut.
– Probier einfach mal Alternativen zu Zucker aus.
– Probeweise ein Zuckerfasten einlegen und über einen überschaubaren Zeitraum hinweg komplett den Zucker wegzulassen: eine Woche, einen Monat – oder gar ein ganzes Jahr?

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