Mindful Eating: Sich Tag für Tag achtsam und bewusst ernähren

Im Alltag sind die Mahlzeiten fester Bestandteil und gar nicht wegzudenken. Dennoch schenken wir unseren Nahrungsmitteln allzu selten bewusste Beachtung, obwohl im Begriff „Lebens“-Mittel schon angedeutet wird, wie essenziell Essen für Körper und Seele ist. Im Alltagstrott ticken die Uhren leider genau anders herum. Kaum ist was auf dem Teller, ist es auch schon verputzt. Aber was ist denn genau dabei passiert? Allzu wenig wurde darauf geachtet, um welches Essen es sich genau handelt, wie der Geschmack ist und dass man wirklich genießen kann. Das Konzept „Mindful Eating“ soll dabei helfen, diese rein physische Nahrungsaufnahme zu ändern in Richtung des achtsamen Essens.

Um dies zu erlernen, reichen schon wenige Minuten am Tag, also ist Mindful Eating absolut kompatibel mit dem Alltagsgeschehen. Für den Anfang nehmen Sie einfach einen Snack am Tag, den Sie mit allen Sinnen genießen und beachten. Schon nach ein paar Tagen können Sie das „Mindful Eating“ verinnerlicht ablaufen lassen, dann können Sie es auf die anderen Mahlzeiten übertragen. Wichtig ist, dass Sie sich dafür die Zeit ganz bewusst nehmen. Am besten klappt das nach Feierabend, wenn das Handy schweigt, keine Termine mehr anstehen und Ruhe einkehrt.

Die optimalen Nahrungsmittel

Viele Elemente gehören zum Mindful Eating. Zuerst das bewusste Wahrnehmen des Hungers, dann der Geschmack und natürlich die Auswahl an Nahrungsmitteln. Letztere sollte nach Möglichkeit einfach gehalten werden. Zu Beginn ist es hilfreich, mit wenig Nahrung zu üben, denn schon eine geringe Menge von hochwertigem und ursprünglichem Essen führt zur Sättigung – Fertiggerichte dagegen kurbeln den Appetit erst noch an. Also sollte schon die Wahl der Nahrung mit Aufmerksamkeit und Achtsamkeit geschehen – mindestens genauso bedeutsam wie das Mindful Eating an sich.

Für den Anfang passen besonders gut eine Karotte, ein Apfel oder ein Naturjoghurt. Beachten Sie ganz bewusst den Geschmack, und bereits nach einigen Augenblicken werden Sie ganz neue Nuancen entdecken. Ein paar Tage später haben Sie dann schon Übung darin und können mit er gleichen Achtsamkeit andere, herausforderndere Nahrungsmittel probieren: Schokolade, Nudeln, Kaffee – alles, was Appetit auf Nachschub macht.

Essen mit Hingabe

Mindful Eating fordert Ihre völlige Aufmerksamkeit. Beginnen Sie mit Berührungen: Halten Sie den Apfel oder die Möhre in Ihren Händen und nehmen Sie das Lebensmittel ganz bewusst wahr. Wie fühlt es sich an, wie riecht es, welche Konturen zeichnen sich ab? Wenn Sie Ihre Gedanken abschweifen spüren, richten Sie sich wieder auf den Apfel oder die Möhre in ihren Händen. Gibt es vielleicht eine auffällige Stelle daran? Und wie sieht eigentlich der Stiel bzw. das Grün aus?
Wenn Sie die Beschaffenheit ganz bewusst wahrgenommen haben, bringen Sie das Essen ebenfalls sehr bewusst zum Mund. Behalten Sie Ihre Gedanken beisammen, denn bei Mindful Eating geht es mehr als ums Essen, nämlich auch um den Respekt, den Menschen und Tiere, die uns mit den Lebensmitteln versorgen, verdient haben.

Lust auf mehr und die freie Entscheidung

Ganz normal sind Gedanken wie: „Wie lecker das schmeckt, ich möchte mehr haben“ oder auch „Wieso bloß eine Karotte? Ich will ein Croissant.“ Das ist völlig okay und sollte ebenfalls sehr achtsam wahrgenommen werden.
Aber trennen Sie sich auch wieder von diesen Gedanken, lassen Sie sie ziehen und schenken Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder dem Mindful Eating, der Möhre und diesem besonderen Moment.

Steuern Sie Ihr Bewusstsein auf die Veränderung des Geschmacks. Er ändert sich, es kommen neue Geschmacksnuancen dazu und verabschieden sich wieder. Die Explosion des Geschmacks am Beginn, die Süße und eine leichte Säure, die sich entfaltet. Irgendwann verschwindet der Geschmack – hängen Sie nun ganz bewusst Ihren Gedanken nach. Genießen Sie den Wunsch nach einem weiterenn Bissen, aber ob Sie wirklich weiteressen, entscheiden Sie nach einem kleinen Innehalten ganz bewusst und nicht automatisch. Oder sie essen auch nicht weiter. Betrachten Sie sich selbst und warten Sie ab, nach welcher Dauer ein Sättigungsgefühl kommt. Dabei sollte man beim Mindful Eating immer wieder nachprüfen, ob tatsächlich mehr Nahrung benötigt wird.

Mindful Eating: Bewusstes Essen, Tag für Tag

Dieses Konzept bringt Körper in Seele in Einklang und weckt das Bewusstsein dafür, dass man immer eine Wahl hat. Wie die Entscheidung auch ausfällt, treffen Sie die Wahl stets achtsam und bewusst. Mit jeder Erfahrung wächst die Wertschätzung, die Sie den Lebensmitteln entgegenbringen. Wenn Sie mit jedem Tag von Neuem achtsam und bewusst essen, werden Sie immer wieder neue Erfahrungen machen und zum vielfältigen Genuss kommen.

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